Den Rundfunkserien fehlte das Bild wie den Comics der Ton. Und wie die
Comics Sprache und Geräusche durch Text und Onomatopöien ersetzen,
so schuf der Rundfunk seinerseits mit einer Geräuschkulisse Bilder
in der Phantasie der Hörer. Was für Comic Books der ins Auge
springende Titel war, das war für die Rundfunkserien der ins Ohr gehende
Titelvorspann, der zum Beispiel beim Lone Ranger leitmotivisch die
Willhelm-Tell-Ouvertüre unterlegt war. [...]
Und auch Comic Strips und Books gaben den Stoff für Rundfunkserien
ab. Comic Strips wie Flash Gordon, Buck Rogers und Dick
Tracy [...] wurden ebenso für den Rundfunk bearbeitet wie die
Comic Books Batman, Superman oder Green Lantern. Ein
Teil der Popularität dieser Comicshelden rührte daher, dass der
Erfolg der Rundfunkserien wieder auf die Comics zurückwirkte.
Die "Superman"-Sendung begann am 12. Februar 1940 und entwickelte sich
schnell zum beliebtesten Kinderprogramm. In den Heften erklärte Superman
seine Handlungsweise dem Leser direkt in Denkblasen. Im Rundfunk war diese
Technik aber nicht nachvollziehbar, deshalb erfand man Jimmy Olsen, damit
sich Superman mit jemand aussprechen konnte, wenn dem Zuhörer sein
Verhalten erläutert werden sollte. Der Superman-Sage wurde im Rundfunk
ausserdem das grüne Kryptonit zugefügt, das ebenso wie Jimmy
Olsen von den Heften übernommen wurde. Jimmy Olsen bekam rund zehn
Jahre später sogar sein eigenes Heft. Batman und Robin erlebten ihre
Rundfunkabenteuer im Rahmen der "Superman"-Reihe.
- W. J. Fuchs, R. C. Reitberger: Das grosse Buch
der Comics; 1982, Heinz Moos Verlag, München
Beispiele