Chronologie Wilhelmine von Bayreuth



1709

3. Juni: Prinzessin Friederike
Wilhelmine Sophie von Preußen in Berlin geboren. Vater: Friedrich Wilhelm (1713 König in Preußen, der "Soldatenkönig"). Mutter: Sophie Dorothea, Tochter des Kurfürsten Georg von Hannover (1714 König Georg I. von England).
Galli: Giuseppe Galli Bibiena, geb. l695 in Parma, l708 dem Vater und Lehrmeister nach Barcelona gefolgt.



1711

10. Mai: Geburt Friedrichs, des späteren Markgrafen von Bayreuth und Gemahl
Wilhelmines, in Weferlingen bei Halberstadt geboren.
Eosander: Schloß Monbijou in Berlin
Pesne wird preußischer Hofmaler
Bayreuth: 23.4. Einweihung der Ordenskirche St. Georgen (Bauleitung wohl bei Gotttried von Gedeler)
Galli: Giuseppe Galli ist 1711/12 in Wien.



1712

21. Januar: Geburt Friedrichs des Großen (König von Preußen 1740 bis 1786 (gest.).
20. Mai: Markgraf Christian Ernst von Brandenburg - Bayreuth gestorben; ihm folgt sein Sohn, Markgraf Georg Wilhelm (1712-1726), der Schöpfer der älteren
Eremitage mit Oberem Schloß, Gründer von St. Georgen und Förderer der ersten Bayreuther Barockfestspiele.
Bayreuth: 28.6. Erlaubnis zur Errichtung der Hofapotheke. Der Orden "de la Sincerite" wird am l6.n. gestiftet.



1713

25. Februar: Friedrich 1. König von Preußen stirbt,
Wilhelmines Vater Friedrich Wilhelm I. ("Soldatenkönig") wird preußischer König (1713-1740).
Eosander: Erweiterungshau des Berliner Schlosses mit Westportal (seit 1707) abgeschlossen.
Politik: Die Pragmatische Sanktion legt in Österreich die weibliche Erbfolge fest.
Bayreuth: Das Landesregiment wird wiedererrichtet (737 Mann).



1714

August:
Wilhelmines Großvater mütterlicherseits, Kurfürst Georg von Hannover, wird als Georg I. König von England (1714-1727). Personalunion zwischen England und Hannover bis 1837.
28. September: Friederike Luise, Wilhelmines "Ansbacher Schwester", geboren.
Gründung der Bayreuther Fayencemanufaktur durch Markgraf Georg Wilhelm in St. Georg am See nahe Bayreuth.
Der König von Preußen ordnet die Soldatenwerbung "ohne große Gewalttätigkeiten" an.
Bayreuth: Wohl 17l4 läßt Markgraf Georg Wilhelm des Redouten- und Komödiengebäude errichten.
Anläßlich des 50jährigen Gymnasialjubiläums läßt Markgraf Georg Wilhelm das Schulgebäude prächtig erneuern.



1715

Politik: Generalkonföderation des polnischen Adels zu Tarnogrod zur Vertreibung der sächsischen Truppen.
Bayreuth: Markgraf Georg Wilhelm beginnt mit dem Bau des
Alten Schlosses
Eremitage
nach Plänen von Johann David Räntz (bis l718; Stuck von Domenico Cadenazzi, Deckengemälde von Gabriel Schleyer, Skulpturen von Elias Räntz).
Anlage des Jagdschlößchens Tiergarten bei Wolfsbach. Baumeister: Paul Decker.
Galli: Giuseppe wirkt an den Castra doloris für Ludwig XIV. und Carlo di Lorena (zumindest letzteres in der Wiener Augustinerkirche) mit.



1716

13. März: Philippine Charlotte,
Wilhelmines "Braunschweiger Schwester" geboren.
Bayreuth: l7l6-l718 Erbauung des Turmes der Ordenskirche St. Georgen (Johann David Räntz)
Galli: Zusammen mit seinem Vater Ferdinando anläßlich "Angelica vincitrice di Alcina" von Pietro Pariati, Musik von Johann Fux in der Wiener Favorita (Geburtsfeierlichkeiten Erzherzog Leopolds).



1717

Maturin Veyssiere de la Croze (1661-1739) wird
Wilhelmines Lehrer.
Politik: Prinz Eugen besiegt die Türken bei Belgrad und erobert die Stadt. Geburt Maria Theresias, Erbtochter des Kaisers Karls Vl., Königin von Ungarn und Erzherzogin von Österreich von l740 bis 178O römisch - deutsche Kaiserin von 1745 bis 1765 (gest. 1780).
Der "stumme Reichstag" zu Warschau muß den Vermittlungsvertrag Peters 1. zwischen August dem Starken und dem polnischen Adel zustimmen, der Rußland das Recht der Einmischung gibt.
Kultur/Literatur/Philosophie: Schulpflicht in Preußen ( aber Mangel an Lehrern).
Beginn der modernen humanistischen Freimaurerei: erste Großloge in London.
Galli: Giuseppe führt den Titel des zweiten Theatralingenieurs seiner Majestät des Kaisers und Königs.



1718

Bayreuth: "Inventarium über die auf dem Residenzschloß zu Bayreuth befindlichen Redouten, Opern,
Comödien und Masqueradenkleider" (es werden 1100 Requisiten aufgeführt).
Beginn der Ausführung der Gartenanlagen in der
Eremitage (Hofgärtner Wolf Gabriel Lück).
Errichtung eines Wasserturmes in der Eremitage zur Wasserversorgung.
Parnaß im Hofgarten Eremitage.
Ab 1718 bemerkenswerte Korrespondenz zwischen Bayreuth und anderen Höfen bezüglich musikalischer Belange.
Antoine Pesne, seit 1711 Hofmaler in Berlin, malt das "Selbstbildnis mit seiner Familie".



1719

25. Januar:
Wilhelmines Schwester Sophie geboren.
Bayreuth: Eröffnung der Eremitage vom 15. bis 17. August mit einem großen Volks- und Bauernfest("Eremitage - Kirchweih").
Galli: Heirat Giuseppe Galli Bibienas mit Eleonora Kinsky.



1720

24. Juni
Wilhelmines Schwester Luise Ulrike, spätere Königin von Schweden, geboren.
Bayreuth: um 1720: Monplaisir



1721

Bayreuth: Ankauf des Hauses der Baronin von Sponheim und Umwandlung in das Bayreuther Rathaus.
Galli: Ab der zweiten Jahreshälfte Zusammenarbeit mit seinem Bruder Antonio. In diesem Jahr erstmals (dann auch 1723 und 1725) Leiter der Architekturklasse an der Accademia Clementina in Bologna. In Wien wird Carlo Bernardo Giuseppe Galli Bibiena geboren.



1722

9. August: August Wilhelm geboren.
22. Dezember: Berliner Vergleich; es gelingt dem Weferlinger Prinzen Georg Friedrich Karl, gegen eine Abfindung an Preußen, eine preußische Sukzession in Bayreuth, wie sie beim Tode des Markgrafen Georg Wilhelm zu erwarten war, abzuwenden und für seine Familie die Bayreuther Nachfolge zu sichern.
Bayreuth: Die Katholiken erhalten die Erlaubnis zur Ausübung ihrer Religion. Der Markgraf äußert sein Mißfallen über das Aussehen der Häuser. Auf seinen Wunsch hin sollen die Häuser um ein Stockwerk erhöht werden, um den Mißständen Abhilfe zu verschaffen.



1723

9. November: Amalie, Schwester
Wilhelmines, geboren; sie blieb unverheiratet, wurde 1755 Äbtissin von Quedlinburg, starb 1787.
Bayreuth: In Bayreuth erscheint das Trachtenbuch des Rüstkämmerers und Kammerdieners Johann Meßelreuther mit mehr als 200 Kupferstichen mit "Theatralischen" und "Masqueraden - Figuren" (Stiche wohl von Christoph Dehne).
Anpflanzung einer Lindenallee zum Zuchthaus ( Markgrafenallee ).
1. Mai: Landeskonstitution der Brandenburg Kulmbachischen Landes erhält gesetzliche Kraft
Berlin /Potsdam: Generaldirektorium als oberste preußische Verwaltungsinstanz; strenger Gehorsam gegenüber dem Staat als Beamtenideal.
Galli: Große Festdekoration / Theater Giuseppes im Garten des Hradschin zu Prag anläßlich der Wahl Karls Vl. zum böhmischen König, ebenso die Bühnenbilder für "Constanza e Fortezza" von Pietro
Pariati, Musik von Johann H. Fux, eben dort; Giuseppe wird erster Theatralingenieurs des Hofes.



1724

Die Konfirmandin
Wilhelmine wird von Hofprediger Andreä drei Stunden lang geprüft.
Bayreuth: Beginn des Baues eines Landeszuchthauses in St. Georgen.
Galli: Giuseppe entwirft Projekte für die Kirche und die Dekoration des Theaters des Benediktinerstifts in Melk



1726

Nach dem Tode des Markgrafen Georg Wilhelm übernimmt Markgraf Georg Friedrich Karl(Weferlinger Linie) die Regierung in Bayreuth (1726-1735).
18. Januar:
Wilhelmines Bruder Heinrich geboren.



1727

Georg I., König von England und Kurfürst von Hannover, gestorben. Nachfolger
Wilhelmines Onkel, Georg II. (1727-1760); dessen Sohn Friedrich Ludwig Prince of Wales. Das in diesen Jahren von der preußischen Königin Sophie Dorothee geplante Ehebündnis Preußen - Hannover; kommt weder in der Form einer doppelten Heirat" (Wilhelmine - Friedrich Ludwig und :Kronprinz Friedrich von Preußen Prinzessin Amalia von Hannover) noch einer "einfachen Heirat"(Wilhelmine - Friedrich Ludwig) zustande.
Bayreuth: Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses.
Georg Philipp Telemann komponiert l727/28 eine seiner Bayreuther Auftragsarbeiten, die Oper "Adelheid".



1728

Bayreuth: Verkauf der Eremitenkleider und der Maskeradenkostüme der
Eremitage..
Berlin /Potsdam: Friedrich (II.) erhält Flötenunterricht bei J. ]. Quantz.
Galli: Giuseppe in Graz. Carlo lebt von 1728 bis 1743 bei seinem "nonno" in Bologna.



1729

30. Mai: Heirat der Schwester Friederike Luise mit dem Markgrafen Karl Wilhelm Friedrich von Ansbach.
Galli: Giuseppe weilt anläßlich der Festivitäten zur Heiligsprechung Johann von Nepomuks abermals in Prag.



1730

25. Mai: Ferdinand,
Wilhelmines jüngster Bruder, geboren.
Reise Friedrich Wilhelms I. mit dem Kronprinzen nach Süd- und Westdeutschland.,
Fluchtversuch Friedrichs in Steinfurt bei Heilbronn (zusammen mit dem Pagen Keith), um dem despotischen Vater zu entkommen; Friedrich kommt in Küstrin in Festungshaft; Hinrichtung seines Freundes Hans Hermann von Katte als Mitwisser wegen Hochverrats vor den Augen Friedrichs. Wilhelmine wird der Mitwisserschaft an den Fluchtplänen verdächtigt. Nach Eidesleistung Friedrichs auf den König wird die Haft gelockert. Friedrich wird in Verwaltungs- und Finanzfragen 'eingewiesen.
Oktober: Wilhelmine schwer erkrankt (Genesung erst Januar).
21. November: Erbprinz Friedrich von Bayreuth tritt seine Kavalierstour durch Frankreich, Belgien und Holland an.



1731

Rückkehr Friedrichs von seinen Reisen in die Schweiz, Italien und nach Frankreich nach Bayreuth.
13. Januar: Carl Gontard, der spätere Architekt des Bayreuther Hofes, in Mannheim geboren.
11. April: Sophie Christiane Luise, eines Schwester des Erbprinzen Friedrich, heiratet Alexander Ferdinand Fürst von Thurn und Taxis.
11. Mai: Der preußische König verlangt von seiner Tochter
Wilhelmine, daß sie in eine Ehe mit dem Erbprinzen- Friedrich von Bayreuth einwilligt oder bei dessen Ablehnung sich entweder
für den Herzog Johann Adolf II. von Sachsen - Weißenfels, einen um 24 Jahre älteren Witwer, oder für den (Wilhelmine unsympathischen) Markgrafen Friedrich Wilhelm von Schwedt entscheidet. Im Falle des Ungehorsams wird Wilhelmines Festungshaft in Spandau angedroht.
Wilhelmine erklärt sich schriftlich einverstanden.
3. Juni: Verlobung Wilhelmines mit dem Erbprinzen Friedrich von Bayreuth . Am 20. November Vermählung in Berlin.
Die Stadtmauer Bayreuths wird geöffnet und das Neue Tor errichtet.



1732

22. Januar: Ankunft des neuvermählten Paares in Bayreuth.
Frühjahr: Markgraf Georg Friedrich Karl erwirbt das neben der
Eremitage gelegene "Monplaisir" und schenkt es seiner Schwiegertochter Wilhelmine.
Im August besucht Friedrich Wilhelm I.. seine Tochter in Bayreuth.
30. August: Geburt der Tochter Friederike Sophie:(1732-1780), dem einzigen Kind Wilhelmines
Errichtung des Waisenhauses, in demselben ein Bethaus (mit großzügiger Unterstützung des Königs von Dänemark). Waisenhaus nach dem berühmten Vorbild in Halle.
Galli: Giuseppe in Linz



1733

12. Juni: Kronprinz Friedrich heiratet Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel.
2. Juni
Wilhelmines Schwester Philippine Charlotte heiratet Karl I., Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel.
7. November: Wilhelm Ernst, Bruder des Erbprinzen Friedrich, in Mantua gestorben.



1734

Johann Pfeiffer (1697-1761) wird
Wilhelmines Lehrer in Kompositionslehre
.
25. Mai: Sophie Wilhelmine, Schwester des Erbprinzen, heiratet den Fürsten Carl Edzard von Ostfriesland.
Anfang Juni Kronprinz Friedrich trifft auf seiner Reise zur Rheinarmee Wilhelmine im "Weiherhaus" (St. Georgen bei Bayreuth).
Erbprinz Friedrich von Bayreuth vom 7. August bis 14. September bei der Rheinarmee des Prinzen Eugen.
5.-9. Oktober: erster offizieller Besuch des Bruders am Bayreuther Hof.
10. November: Wilhelmines Schwester Sophie heiratet den Markgrafen Friedrich Wilhelm von Schwedt.
Es wird per Befehl festgelegt, daß zu St. Georgen am See die Ordenskapelle des Brandenburgischen roten Adlers sein und am St. Georgstag dort der Kapiteltag des Ordens gehalten werden soll.



1735

3. März: Ein Reskript wird erlassen, das sich auf die neu gestiftete öffentliche Bibliothek bezieht (aus dieser geht die "Kanzleibibliothek" hervor).
7. April: Charlotte (1713-1747), Schwester des Erbprinzen Friedrich, heiratet Herzog Ernst von Sachsen - Weimar (ihr Sohn Ernst August II. Konstantin wird später der Gemahl von
Wilhelmines Nichte Anna Amalia und der Vater des Goetheherzogs Karl August).
7. Mai: Tod des alten Markgrafen Georg Friedrich Karl; Friedrich wird Markgraf von Bayreuth (1735-17631).
3. Juni Wilhelmine erhält an ihrem Geburtstag die Eremitage von ihrem Mann zum Geschenk.
Hofbaudirektor Johann Friedrich Grael, dann Johann Georg Weiß, seit 1743 Joseph Saint-Pierre. Pläne zur Neugestaltung der Eremitage.
November: Besuch: des: Markgrafenpaares in Pommersfelden beim Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn.
Quantz besucht auf Geheiß Friedrichs des Großen Bayreuth.



1736

12. März: Markgraf Friedrich vergibt Baugnaden.
Im großen Saal des Alten Schlosses wird die Apollo - Kantate des Berliner Hofkomponisten Johann Gottlieb Graun aufgeführt (wohl thematische Grundlage für das spätere Deckengemälde Wunders im Markgräflichen
Opernhaus).
Im Frühjahr wird mit den Umbauarbeiten am Alten Schloß Eremitage begonnen (Fertigstellung um 1740, spätestens 1744). Leitung: Johann Friedrich Grael, dann Johann Georg Weiß, seit 1743 Joseph Saint-Pierre. Stukkaturen von Francesci Girolamo Andrioli, Carlo Daldini Bossi, Jean - Baptiste Pedrozzi, Deckenmalereien von Wilhelm Wunder, Stefano Torelli und Johann Andreas Brendel.
Gründung der "Intelligenzzeitungen" zur Publizierung landesherrlicher Verordnungen und von Privatnachrichten.
Am 6. Juni wird es allen Dienern zur Pflicht gemacht, nach Verhältnis ihres Gehaltes zur öffentlichen Bibliothek beizutragen (die Gelder flossen aber größtenteils in die Hofbibliotheken!).
Galli: Giuseppe fertigt; Zeichnungen für das Theater in Stockholm. Freskierung des großen Festsaales in Schloß Ebenthal / Österreich für den Grafen Koháry.



1737

Die ersten italienischen Musiker kommen nach Bayreuth.
März: G. A. Paganelli mit Frau in Bayreuth.
Mai bis September Reise nach Bad Ems.
8. Oktober: Sophie Caroline Marie, Braunschweiger Nichte der Markgräfin (spätere zweite Gemahlin des Markgrafen) geboren;
Wilhelmine als Gevatterin.
Hofbaumeister Grael beginnt mit "Nymphäum" im Waldbezirk der Eremitage (vollendet von Saint-Pierre).
Seit 1737 hat Wilhelmine auch die Intendanz der Hofoper inne.



1738

Daniel von Superville (1696-1773) kommt auf Vermittlung des preußischen Kronprinzen an den Bayreuther Hof als Leibarzt
Wilhelmines. Einflußreicher Berater der Markgräfin.
Die ersten "Bayreuther Zeitungen" des Kommerzienrats Brunner erschienen.
Auf Veranlassung Wilhelmines zieht in Bayreuth eine "ganz Karawane" italienischer Bühnenkünstler auf, darunter der Komponist Paganelli und der Sänger Giacomo Zaghini.
Berlin/Potsdam: Erster Brief Friedrichs an Voltaire. Gründung der Berliner Börse.
Kronprinz Friedrich II. von Preußen tritt Freimaurerloge bei.



1740

10. Mai: Uraufführung der von
Wilhelmine komponierten Oper "Argenore" zum Geburtstag des Markgrafen.
31. Mai: Tod Friedrich Wilhelms I.
17. August: Friedrich der Große besucht mit Algarotti Bayreuth.
Die Verbindungschaussee zwischen Residenz und Eremitage wurde wohl aus diesem Anlaß in "Königsallee" umbenannt.
17. Oktober: Gegenbesuch des Markgrafenpaares in Berlin.
20. Oktober: Tod Kaiser Karls VI., am 16. Dezember Einmarsch in Schlesien.
im November: in Rheinsberg
Bauliche Veränderungen am Redouten- und Komödienhaus.
um 1740 auch Erbauung der Reiterkaserne nach Plänen des Hofbaudirektors Johann Friedrich Grael.
Markgraf Friedrich wird von Friedrich dem Großen in Berlin in die Loge "Zu den 3Weltkugeln" aufgenommen.
Galli: Giuseppe wegen des Todes Karls Vl. und der folgenden unruhigen Zeiten in Wien ohne Aufträge, daher Arbeiten in Italien. In Turin gestaltet er die Eröffnungsfeier des Teatro Regio von Benedetto Alfieri, im folgenden Karneval weitere Arbeiten ebenda. Es erscheinen vier der zwölf vorgesehenen Teile der "Architetture e prospettive" bei Andreas Pfeffel in Wien.



1741

Januar: Rückkehr nach Bayreuth im Januar.
4. Dezember: Zusammenkunft der Freimaurer unter Vorsitz des Markgrafen.
Der Markgraf gründet die "Französische Loge" (Zusammenkünfte im Alten Schloß. Bald darauf Gründung einer zweiten, deutschen Loge "Zur Sonne" mit Sitz im Gasthof zum goldenen Adler.
Dezember: erste Begegnung der Tochter Friederike mit Herzog Karl Eugen von Württemberg in Bayreuth.
1741-1742 Betsaal des Georg Christoph von Gravenreuth im sog. Gravenreuther Saal in St. Georgen.
Der "Sparminister" Staatsminister von Boden kommt nach Bayreuth zur Beratung.
Galli: Giuseppe malt die Quadraturen zum Kuppelfresko des G. Battista Alberoni in der Concolara in Turin und zum Fresko des Felice Biella im Sanktuarium in Vicoforte (bei Mondovi). Carlo arbeitet mit dem Vater und dem Cousin Carlo Sicinio gemeinsam an der großen Kuppel in Vicoforti.



1742

Markgraf Friedrich wird Generalfeldmarschall des Fränkischen Kreises, nimmt mit seiner Gemahlin inkognito in Frankfurt am Main an der Kaiserwahl Karls VII. teil.
Die Ritterakademie wird von Erlangen nach Bayreuth gezogen.
14. März: Edikt zur Errichtung der Friedrichsakademie (= Universität) in Bayreuth. Jedes Landeskind sollte mindestens drei Jahre diese Universität besuchen. Zugleich Einrichtung einer vollständigen Kunst- und Naturaliensammlung im Residenzschloß.
Juni Reise des Markgrafenpaares nach Württemberg.
Galli: Giuseppe fertigt Bühnenbilder im Teatro Malvezzi in Bologna, dann geht er nach Venedig (S. Giovanni Crisostomo)



1743

Mai: Reise des Markgrafenpaares nach Stuttgart.
Juni: Saint-Pierre wird Hofbaudirektor in Bayreuth.
September: Friedrich der Große mit Voltaire in Bayreuth.
In der
Eremitage stehen Wilhelmine und Voltaire gemeinsam auf der Bühne ("Bajazet" von Racine)
6. November: Verlegung der Friedrichsakademie nach Erlangen. Eröffnung der Universität
Erlangen in Anwesenheit des Markgrafenpaares mit einer deutschen Disputation, zu der Wilhelmine die Thesen gibt.
Wilhelmine läßt die als Ruine gestaltete Freilichtbühne im Garten der Eremitage von Joseph Saint-Pierre errichten.
In Erlangen wird 1743/44 das Komödienhaus Georg Wilhelms durch Giovanni Paolo Gaspari neu ausgestattet.
Im November bittet Wilhelmine ihren Bruder Friedrich um den Plan des von Knobelsdorff errichteten, soeben vollendeten großen Berliner Opernhauses.
Ab 1743 (bis 1745) Eremitage des Markgrafen in der Eremitage.
Galli: Giuseppe als Ausstatter der "feste di onoinastico" Maria Theresias wieder in Wien



1744

Noch vor 1744 entsteht Untere Grotte in der
Eremitage.
21. Februar: Verlobung der Tochter mit Karl Eugen von Württemberg.
Baron von Pöllnitz überbringt Wilhelmine den angeforderten Plan des Berliner Opernhauses.
8. April: Die Hofdame Wilhelmine Dorothea von der Marwitz heiratet: auf Betreiben der Markgräfin den in österreichischen Diensten stehenden Grafen Burghaus; Wilhelmine will damit ihre durch diese Hofdame gefährdete Ehe retten. Verstimmung zwischen Wilhelmine und
Friedrich dem Großen wegen dieser Heirat.
15. Mai: Friedrich d. Gr. sieht an dieser Heirat nur die politische Seite; das bisher herzliche Verhältnis zwischen den Geschwistern wird gespannt.
Im Sommer des Jahres werden einige Häuser angekauft und abgerissen, um Raum für den Bau des Opernhauses zu gewinnen.
29. August: Das Naturtheater (steinerne, ruinenhafte Bühne) der Eremitage aus Anlaß der Feier zu Ehren der Vermählung von Wilhelmines Schwester Luise Ulrike mit Adolf Friedrich von Schweden erstmals benützt.
Joseph de Saint-Pierre beginnt mit der Anlage eines regelmäßigen Platzes durch entsprechende Bauten anstelle des späteren Neuen Schlosses.
Ende Dezember wird von der Kammer beim Hofbauamt ein Anschlag angefordert, betr. Den Neubau des Opernhauses.
Ab 1744 (bis 1748) entsteht der Felsengarten Sanspareil mit einer Anzahl interessanter Gartenarchitekturen.
Von 1744 bis 1747 verfaßt Wilhelmine ihre Memoiren.
Galli: Anläßlich der Hochzeit Karl Alexanders von Lothringen mit Maria Anna von Österreich verwandelt Giuseppe Fischer von Erlachs Hofreitschule in einen Ballsaal. Zwei weitere Teile der "Architetture e prospettive" erscheinen.



1745

Im Januar wird der Anschlag betr.
Opernhaus erstellt.
Beginn der Anlage Sanspareil durch Wilhelmine (ältester Landschaftsgarten auf dem Kontinent).
Herbst: Begegnung der Markgräfin mit Kaiserin Maria Theresia auf deren Weg nach Frankfurt. Errichtung des Markgräflichen Opernhauses durch den kaiserlichen Architekten Giuseppe Galli Bibiena und seinen Sohn Carlo (1745-1747).
Der schwedische Pastellmaler Alexander Roslin hält sich von 1745-47 am Bayreuther Hof auf.
Baubeginn an der katholischen Kirche in der Friedrichsstraße.
St. Georgen erhält einen eigenen Bürgermeister und Rat. ~
Ab 1745 allmählicher Ausbau der Friedrichsstraße (u.a. Abbruch des Neuen Tores, Verlegung desselben, es wird zum "Friedrichstor").



1746

Im Februar des Jahres ist noch nicht mit den Arbeiten am
Opernhaus begonnen.
10. Mai: Wilhelmines Singspiel "Amarillis" uraufgeführt.
29. Juni: Tod der Oberhofmeisterin Dorothea Henriette Luise Freiin von Wittenhorst-Sonsfeld.
Juni: Der Komponist Hasse in Bayreuth.
Wilhelmine beschäftigt sich seit 1746 mit der Pastellmalerei.
Ab 1746 Ruinentheater im Felsengarten Sanspareil.
Galli: Carlo wird aus Wien an den Bayreuther Hof berufen. Er entwirft "scene" für den Bayreuther Hof.



1747

Am 7. Februar wird das einzige Mal in den Quellen Joseph Saint-Pierre als Architekt des
Opernhauses erwähnt.
Im Frühjahr wird beschlossen, das Opernhaus nach rückwärts zu verlängern.
Sommer: Kuraufenthalt in Karlsbad.
15. August bis 1. September Besuch in Potsdam und Berlin; Aussöhnung mit dem Bruder. November: Wilhelmine sendet Friedrich d. Gr. eine "Kopie nach van Dyck" (erste Erwähnung ihrer malerischen Versuche); in den Folgejahren entstehen die Pastellbilder: "Kleopatra",
"Lukretia"",Kimon" und "Pero", "Verspottung Christi" sowie Künstlerbildnisse.
27. August: Grundsteinlegung der reformierten Kirche.
Richttest für das Opernhaus im Herbst.
Ende Oktober wird Schiefer zum Decken des Daches des Opernhauses geliefert, Eindeckung im Dezember, danach Beginn des Ausbaus des Logenhauses nach den Plänen Giuseppe Galli Bibienas.
Erscheinen eines Bayreuther "Intelligenzblattes".
Galli: Halbjähriger Aufenthalt Giuseppes in Bayreuth (März bis September). Giuseppe wieder zurück in Dresden wegen Hochzeitsfeierlichkeiten Maria Antonias von Österreich mit Friedrich Christian von Sachsen und von Maria Anna Sophie von Sachsen mit Maximilian III. Joseph von Bayern.



1748

April: Daniel von Superville verläßt Bayreuth und geht nach Braunschweig,, wird dort Leiter eines "kleinen, geistreichen Zirkels".
Im Mai besichtigt
Wilhelmine des Opernhaus.
26. September: Vermählung der Tochter mit Herzog Karl II. Eugen von Württemberg in Bayreuth. Das in seinem Äußeren noch unvollendete Opernhaus wird in Benutzung genommen. Es werden aufgeführt: "Il trionfo d'Ezio" und "Artaserse" von Johann Adolf Hasse aufgeführt.
Übertragung des Markgrafenbrunnens (1700-1705 von Elias Räntz geschaffen) vom Ehrenhof der alten Residenz auf den Schloßplatz.
1748-1751 entstehen die Pastellportrnits von Komödianten und Musikern im Neuen Schloß, z.B. von Alexander Roslin (1718-1793) gemalt.
Auftrag zur Erbauung der Spitalkirche an Joseph Saint-Pierre.
Erbauung der Reithauses.
Galli: Endgültiger Umzug Giuseppes nach Dresden, nachdem er sich aus kaiserlichen Diensten verabschiedet hat. Im März des Jahres reist er nach Bayreuth. Dort arbeitet er gemeinsam' mit seinem Sohn Carlo am Markgräflichen Opernhaus. Giuseppe und Carlo wirken auch an den Festlichkeiten anläßlich der Hochzeit der einzigen Tochter Friederike Sophie von Bayreuth mit Karl Eugen von Württemberg mit. Carlo arbeitet ein ganzes Jahrzehnt für den brandenburgischen und den braunschweigischen Hof.



1749

Die
Eremitage erhält ihre; Prägung durch Wilhelmine (Orangerie <bis 1753>, Sonnentempel).
Die Orangerie ursprünglich als Menagerie geplant. Ausstattung der Stilräume durch die Stukkateure Rudolph Albini und Jean - Baptiste Pedrozzi, dem Maler Johann Christoph Jucht, den Bildhauern .Johann David d.J. und Lorenz Wilhelm Räntz, Johann Georg Schleunig und Georg Dorsch.
Errichtung des rechten Flügels der Kanzlei in Bayreuth (bis 1752).



1750

Jean Baptiste Pedrozzi kommt als Hofstukkator nach Bayreuth.
Die Markgräfin versucht Francoise de Graffigny, die Verfasserin der "Lettre d'une Pérnvienne"` nach Bayreuth zu bringen.
19. Februar:
Wilhelmine wird Großmutter: Geburt der Prinzessin Friederike Wilhelmine von Württemberg, die schon am 12. März 1751 stirbt.
Im August wird noch an der Fassade des Opernhauses gearbeitet.
August bis Dezember: Aufenthalt in Potsdam und Berlin, der durch Krankheit verlängert wird;
Begegnungen mit Voltaire, Algarotti, Maupertuis, La Mettrie.
Gegen Ende des Jahres ist das Markgräfliche Opernhaus auch in seinem Äußeren vollendet.
Nach 1750: Einrichtung des Spiegelscherbenkabinetts im Alten Schloß Eremitage.
1750-1752 Figurengruppen im Hofgarten Eremitage.



1751

31. März: Friedrich Ludwig, Prince of Wales, der einst für
Wilhelmine als Gemahl bestimmt war, stirbt vor seinem Vater.
Wilhelmine läßt das Spiegelscherbenkabinett im Alten Schloß der Eremitage ausstatten.
Proben zur Oper "Alcina"; gleichzeitig arbeitet Wilhelmine an der kleinen Oper "Deucalione e Pirra".
Galli: Bühnenbildentwürfe Giuseppes für Friedrich den Großen.



1752

10. Mai: Aufführung der kleinen Oper "Deucalione e Pirra".
Sommer: Marquis d'Adhémar kommt nach Bayreuth auf Vermittlung Voltaires. ~
Hausvertrag zwischen Preußen, Ansbach und Bayreuth: Regelung der Erbfolge und Beschwörung "wahrer Freundschaft und gegenseitigem Beistand". -
Wissenschaft: Benjamin Franklin erfindet den Blitzableiter.
Galli: Bühnenbildentwürfe Giuseppes für Friedrich den Großen. ~



1753

26. Januar: Brand im
Alten Schloß. Dabei auch Verlust fast der gesamten Theatergarderobe.
12. Februar: Erhebung einer Kopfsteuer zur Unterstützung des Wiederaufbaues der Residenz.
Am 4. März beklagt sich die Markgräfin über die Wohnsituation.
Am 6. März schreibt Wilhelmine, daß sie sich das Vergnügen gemacht habe, ihren "Palast" selbst zu entwerfen. Sie schreibt von der reformierten Kirche, die in einen Saal und zwei große Zimmer unterteilt werde.
Anläßlich des Geburtstages des Markgrafen im Juni wird die Oper "Semiramis" nach Voltaires gleichnamigen Drama aufgeführt (Bearbeitung durch Wilhelmine seit 1750).
Am 6. Juni erklärt der Markgraf seine Absicht, bereits bestehende Häuser zu einem neuen Schloß "verschmelzen" zu lassen.
Oktober - November: letzter Aufenthalt am Berliner Hof.
Beginn des Neubaues des Neuen Schlosses in Bayreuth unter Einbeziehung vorhandener Bauten; der Nordflügel ist von Wilhelmine selbst geplant. Architekten: Saint-Pierre, später Gontard, Richter. Vergrößerung und Neuanlage des Hofgartens.
Abschluß der Arbeiten am Neuen Schloß Eremitage.
1753-1754 ehem. Haus des geh. Cameriers Joh. Seb. Leibhardt (jetzt Steingräber - Haus) von Saint-Pierre '
Galli: Giuseppe erneuert Theater und Bühnenraum der Dresdener Oper, gestaltet das kleine Theater im Zwinger. Carlo entwirft die Bühnenbilder anläßlich der Eröffnung des Münchner Cuvilliés Theaters.



1754

Man plant, noch nach Plänen des Stuttgarter Hofarchitekten Philippe de la Guepière, den Wiederaufbau der durch den Brand zerstörten Trakte.
Der 1731 geborene Architekt Carl Gontard wird trotz seiner Jugend dem markgräflichen Baudirektor Richter an die Seite gestellt.
31. Januar: Aufhebung der im Jahr zuvor eingeführten Kopfsteuer. Sie lebt aber in umgewandelter Form als ständige Steuer fast 40 Jahre lang fort.
Juni: letzter Besuch Friedrichs des Großen in Bayreuth. Uraufführung der Oper "L 'Uomo"(philosophische Bühnendichtung), zu der die Markgräfin das französische Libretto verfaßt hat;
Komponist Andrea Bernasconi.
21. September:
Wilhelmines Tochter Elisabetha Friederike Sophie kehrt nach Bayreuth zurück.
10. Oktober: Antritt einer Reise nach Frankreich und Italien.
23. Oktober: zu Colmar; Begegnung der Markgräfin mit Voltaire im Gasthaus "Schwarzwald".
27. November: Ankunft in Avignon, wo Wilhelmine während des Winters bleibt; Bekanntschaft mit Louis Alexandre Graf Mirabeau, der in markgräfliche Dienste tritt. Umgang mit La Condamine.
Noch 1754 (spätestens Ende November) scheint der Mittelbau des Neuen Schlosses unter Dach gekommen zu sein.
Das Treppenhaus des Neuen Schlosses wird als Quertrakt an der Ostseite der ehemaligen reformierten Kirche angebaut.
1754/55 fertigt Adam Rudolph Albini nach entwürfen von Heinrich Richter die Stukkaturen im Festsaal.
Der Hofgarten beginnt, die Grundform seines heutigen Aussehens zu erhalten (Gartenplan des Rudolf Heinrich Richter von 1753/54).
Galli: Giuseppe geht nach Berlin in die Dienste Friedrichs des Großen.



1755

1. April: Aufbruch zur Reise nach Italien: Aix - Marseille - Cannes - Antibes (Wohnung bei Marquis de Sade) - Genua - Pisa.
27. April bis 7. Mai: Florenz.
14. Mai: Ankunft in Rom.
24. Mai bis 7. Juni: Reise nach Neapel; mit La Condamine auf dem Vesuv.
16.-22. Juni: in Venedig, Wiedersehen- mit Algarotti.
9. August: Nach der Rückreise über Tirol wieder in der Markgrafschaft Bayreuth eingetroffen.
Wilhelmine diktiert ihrem Kammerherrn Carl Heinrich von Gleichen die "Souvenirs de Rome".
Der Kanal des Hofgartens ist wohl bereits ausgehoben.
Um 1755 fertigt Franz Ignaz Dorsch die Schnitzereien im Palmenzimmer.



1756

Gründung einer Akademie der freien Künste und Wissenschaften in Bayreuth. Beginn des Siebenjährigen Krieges.
Carl Philipp von Gontard wird zum Lehrer der Perspektiv- und Baukunst an der neugegründeten Akademie ernannt.
Aufführung der Oper "Amalthea" nach Libretto von
Wilhelmines (von verschiedenen Komponisten vertont).
26. März: Einweihung der Schloßkirche (Saint-Pierre, Martino Pedrozzi
Galli: Carlo reist nach Italien und malt in Rom die Antoniuskapelle in der Theatinerkirche aus.



1757

Erweiterungshau des
Neuen Schlosses: Galerien im Erd- und Obergeschoß.
Mirabeau im Auftrag der Markgräfin und mit Billigung Friedrichs d. Gr. in politischer Mission in Paris; er sucht Absichten und Ziele der Franzosen zu erkunden. Wilhelmines Friedensvermittlung bleibt erfolglos.
28. Juni: In Berlin stirbt die Mutter Sophie Dorothea von Preußen.
Galli: Giuseppe Galli Bibiena stirbt in Berlin.



1758

Das Bayreuther Kontingent marschiert mit der Reichsarmee gegen Friedrich den Großen.
Am 1. Ostertag wird die Schloßkirche von Generalsuperintendent D. German August Ellrcodt wieder eingeweiht.
Grundsteinlegung zum Schloß Fantaisie / Donndorf
12. Juni: Tod des Bruders August Wilhelm.
6. August: Testament der Markgräfin.
14. Oktober: Niederlage Friedrichs des Großen in der Schlacht bei Hochkirch.
Adam Rudolph Albini stuckiert das Palmenzimmer. Ebenso die Galerie des Fürstlichen Gartenwohnung nach Entwürfen von Rudolph Heinrich Richter.
Am gleichen Tag stirbt Markgräfin
Wilhelmine von Bayreuth.
Die Opernaufführungen im Opernhaus werden eingestellt.
Galli: Für Carlo beginnt eine Zeit des Reisens: Flandern, Frankreich, Holland, London.



1759

4. Juni: Vergleich zwischen Markgraf Friedrich und Herzog Karl Eugen:
Wilhelmines Tochter lebt getrennt von ihrem Gemahl in Neustadt an der Aisch.
20. September: Vermählung des Markgrafen Friedrich mit Sophie Caroline Marie von Braunschweig.



1763

26. Februar: Tod des Markgrafen Friedrich. Ende des reichen Hoflebens in Bayreuth.
Nachfolger wird der Onkel Friedrichs: Friedrich Christian (bis 1769).
Galli: Carlo tritt am preußischen Hof in dieselbe Position, die schon sein Vater innehatte. Ab 1766 reist er wieder: Nancy (Arbeiten für Stanislaus Leszynski, ehem. König von Polen, seit 1735 Herzog von Lothringen), dann Spanien. 1770 in Neapel, 1771 in Caserta; 1772 Bühnenbilder für "Cerere placata" von Jomelli im Theater des Palazzo Perelli. 1774 wirkt Carlo in Drottninghohn und Stockholm, 1776 bis 1778 in St. Petersburg. Carlo stirbt 1787 in Florenz.



1768

Im Auftrag Friedrichs d. Gr. entsteht in Potsdam durch Carl Gontard der Freundschaftstempel. Johann Lorenz Wilhelm und Johann David Räntz schaffen eine Statue der Markgräfin aus weißem Marmor.



1769

Markgraf Carl Alexander: Personalunion der Fürstentümer Ansbach und Bayreuth.



1791

Abdankung Carl Alexanders.



1810

30. Juni: Bayreuth wird bayrisch.