Das bajoranische Wurmloch

Gegen Ende des 20, Jahrhunderts stellte der Physiker Dr. Stephen Hawking eine Theorie über Quantenfluktuationen auf, denen er den Namen "Wurmloch" gab. Wie die Sternenflotte in der Praxis erfahren hat, ist ein Wurmloch eine Subraum-Brücke oder ein -Tunnel, der zwei Punkte miteinander verbindet, die in der "normalen" Raumzeit Millionen Lichtjahre voneinander entfernt sein können. Im Allgemeinen existieren in der Galaxis natürliche Wurmlöcher. Sie stellen zwar tatsächlich einen Tunnel dar, doch bis 2369 wurden nur Wurmlöcher entdeckt, deren Start- und Endpunkte in Raum und Zeit fluktuierten. Diese Wurmlöcher waren "Einbahnstraßen" und brachten daher keinen praktischen Nutzen mit sich.

Wurmlöcher wurden aber auch durch Fehlfunktionen des Warpantriebs erzeugt: Ein nicht sorgfältig ausgerichtetes Warpantriebssystem kann ein künstliches Wurmloch entstehen lassen, das für Schiff und Crew eine ernste Gefahr darstellen kann. Mehrere Versuche wurden unternommen um die Zwischenfälle in den Griff zu bekommen, doch endeten sie alle in einer Katastrophe. 2369 entdeckten die Sternenflotten-Offiziere Jadzia Dax und Benjamin Sisko im bajoranischen Sternensystem das erste stabile Wurmloch. Dieses bajoranische Wurmloch befindet sich im Denorios-Gürtel, der am Rande des bajoranischen Sternensystems liegt. In einer Entfernung von etwa 160 Millionen Kilometern vom Planeten Bajor verbindet es den Alpha- mit dem Gamma-Quadranten und überwindet eine Entfernung von 90 000 Lichtjahren. Der erste Besucher aus dem Gamma-Quadranten: ein ToskKeiner der beiden Eingänge fluktuiert - ein Zustand, der noch bei keinem natürlichen Wurmloch beobachtet wurde. Doch entgegen der ersten Annahmen ist das bajoranische Wurmloch kein natürliches Phänomen, vielmehr scheint es von einer Spezies fremder Wesen errichtet worden zu sein, die von den Bajoranern als himmlische Propheten bezeichnet werden. Seit Jahrhunderten werden diese Propheten von den Bajoranern verehrt. Sie sind keine göttlichen Wesen, aber es handelt sich bei ihnen zweifellos um sehr hoch entwickelte Lebensformen: Die Methoden, die zur Schaffung des Wurmlochs angewendet wurde, übersteigen die wissenschaftlichen Kenntnisse der Föderation. Das Wurmloch nutzt stabile Verteronpartikel, die in der Natur vorkommen. Daher weist es keine Quantenfluktuationen auf, die man normalerweise bei einem Wurmloch erwarten würde - es ist ein künstlich erzeugter Durchgang. Das Vorhandensein von Verteronpartikeln ermöglicht es einem Schiff, mit Impulsgeschwindigkeit durch das Wurmloch zu fliegen. Innerhalb des Wurmlochs kann kein Warpantrieb benutzt werden - die Folgen sind nicht abzusehen. Sie könnten für das Raumschiff und möglicherweise auch für das Wurmloch verheerend sein. Wie alle derartigen Phänomene ist das bajoranische Wurmloch nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen, außer wenn ein Schiff hinein- oder herausfliegt. Die exakten Koordinaten beider Endpunkte müssen bekannt sein. Dies ist auch der Grund, warum das Wurmloch so lange unentdeckt bliebt - es ist praktisch unsichtbar.

Die Existenz eines Wurmlochs kann bewiesen werden, indem man nach Neutrinostörungen sucht, die die Öffnung umgeben. Im Kern der Öffnung befinden sich viele Protonen. Es ist möglich, eine Wurmlochöffnung zu finden - man muss aber wissen, wo man zu suchen hat. Die Anzeigen der Schiffssensoren sind schwach, wenn das Schiff sich nicht nahe genug an der Öffnung befindet. Wenn es sich dem Eingang weiter nähert, erhöht sich dann die externe Wellenintensität. Hat das Schiff den Eingang zum Wurmloch erreicht, kommt es zu einem Ausstoß hellen Lichts. Ein kreisförmiger Tunnel bildet sich mitten im leeren Raum - vergleichbar mit einem dunklen Zimmer, in dem ein Fenster aufgerissen wird um einen hellen Sonnenstrahl einzulassen. Das Raumschiff fliegt in den Mund der Öffnung. Abhängig vom Blickwinkel kann es dem Beobachter vorkommen, als werde das Raumschiff vom Wurmloch geschluckt. Es sieht so aus, als entstünde ein Riss in der Struktur des Alls, in den das Schiff hineinfliegt. Dies kommt dem, was sich abspielt, sehr nahe. Im Inneren des Wurrnlochs ist ein Regenbogen aus Licht zu sehen, der um das Schiff pulsiert, während es in die einzig mögliche Richtung fliegt - auf das andere Ende des Wurmlochs zu. Die Verteronpartikel erzeugen eine Subraumströmung, die das Schiff auf sein Ziel zubewegt.

Wenn sich das Schiff dem anderen Ende des Wurmlochs nähert, öffnet sich auch diese Seite und entlässt das Schiff in einen anderen, 90.000 Lichtjahre entfernten Quadranten. Eine Strecke, für die man sonst Jahrzehnte benötigt hätte, wird innerhalb von Minuten zurückgelegt. Wenn das Schiff des Wurmloch verlassen hat un im neuen Quadranten angekommen ist, schließt sich das Wurmloch wieder. Es sieht so aus, als habe es nie existiert, Erst wenn das Schiff zurückkehrt, zeigt sich die Öffnung abermals.

Da das bajoranische Wurmloch geschlossen ist, wenn kein Schiff hinein- oder herausfliegt, ist in geschlossenem Zustand keine Kommunikation zwischen den Quadranten möglich. 2371 arbeiten Sternenflotten- und cardassianische Offiziere gemeinsam daran, einen festen Kommunikationskanal zu schaffen, der auch dann besteht, wenn das Wurmloch geschlossen ist. Im Gamma-Quadranten soll eine Sendeplattform in einer Entfernung von zwei Kilometern zur Öffnung des Wurmlochs installiert werden, während im Ops von Deep Space Nine eine Transceiver-Anlage eingerichtet wird. Da beide Anlagen Solitonimpulse verwenden, könnte ein pemanenter Subraumkommunikationskanal zwischen den beiden Quadranten eingerichtet werden. Die Föderation hatte schon früher versucht einen Kommunikationskanal einzurichten, doch erst als die cardassienischen Sender-Empfänger installiert sind, die feiner kalibriert werden können - begleitet von einem zufälligen Naturphänomen, das das Wurmloch auf Dauer ein wenig offen hält -, wird die Idee eines Subraumrelais durch das Wurmloch realisiert. Das bajoranische im WurmlochWurmloch ist ein sicherer Tunnel, der zwei weit entfernte Winkel der Galaxis einander näher bringt.

Als Ende 2373 die Bedrohung durch das Dominion aus dem Gamma-Quadranten immer größer wird, beschließt die Sternenflotte den Eingang des Wurmlochs zu verminen, wodurch das Dominion von Nachschub aus dem Gamma-Quadranten abgeschnitten ist. Dies ist auch einer der Gründe warum das Dominion der Föderation und den Klingonen den Krieg erklärt. Im Laufe des Krieges erobert das Dominion die Raumstation Deep Space Nine und somit auch die Kontrolle über das Wurmloch. Um wieder Nachschub aus dem Gamma-Quadranten zu erlangen suchen Dominion und ihre neuen Verbündeten, die Cardassianer, nach einem Weg die selbstreplizierenden Minen zu deaktivieren und somit den Eingang zum Wurmlochim Wurmloch wieder frei zu geben.

Ungefähr drei Monate später (2374) gelingt es dem Dominion die Minen zu Entschärfen. Eine riesige Flotte von Dominion Schiffen macht sich auf den Weg Richtung Wurmloch. Die Föderation und die Klingonen werden nur vor einer Niederlage bewart, weil Captain Sisko die Wurmloch Aliens dazu überreden kann, die Flotte des Dominion nicht durch zu lassen.

Ende selben Jahres bringt Gul Dukat das Wurmloch und alle Drehkörper mithilfe eines Pah Geistes zum erlöschen.

Einige Monate später (2375) gelingt es Captain Sisko mithilfe des Drehkörpers des Abgesandten das Wurmloch und alle Drehkörper der Propheten wieder zum Erleuchten zu bringen.

siehe auch: Wurmloch Jadzia Dax Benjamin Sisko Bajoraner Bajor Alpha-Quadtrant Gamma-Quadrant Föderation Cardassianer Deep Space Nine Klingonen


(c) Copyright by Denis Vogler, September 1999