Die Romulaner

Heimatplaneten: Romulus, Remus (Doppelplaneten) im Beta-Quadranten
erster Kontakt: ca. 2150
Status: Gegner der UFP
Entwicklung: terranisches Niveau

 

Bei den Romulanern handelt es sich um Ableger der Vulkanier, die während der aggressiven Expansionsphase der Vulkanier vor ungefähr 1000 Jahren auf den Planeten Romulus und Remus siedelten. Dies geschah möglicherweise als Ablehnung von Suraks Philosophie von Logik und Pazifismus.

Die Romulaner sind ein sehr emotionelles Volk mit fast an Arroganz grenzendem Selbstbewußtsein. Durch ihre dramatischen und oft spontanen Wechsel von tiefer Zärtlichkeit zu totaler Brutalität sind sie ein Musterbeispiel an Kontrasten. Das Sternenimperium wird regiert vom Praetor und dem imperialen Senat.

In interstellaren Beziehungen bevorzugten die Romulaner es generell, auf die Aktionen eines möglichen Gegners zu reagieren, als sich selbst im voraus festzulegen.

Ein bitterer Krieg zwischen den Romulanern und den Erdstreitkräften um das Jahr 2160 führte zur Einrichtung der Romulanischen Neutralen Zone. Sie ist im Vertrag von Algeron festgelegt und regelt die Grenzen zwischen den Gebieten der Föderation und der Romulaner.

Wie bei den Klingonen wird auch bei den Romulanern Ehre groß geschrieben.

Sie sind technisch sehr weit entwickelt. Zu Kirks Zeiten waren die Romulaner auch mit der Föderation im Krieg.

Die erste Begegnung mit Romulanern mit Sichtkontakt hatte 2266 die U.S.S. Enterprise NCC-1701 unter Captain Kirk (siehe C15 Balance of Terror).

Um das Jahr 2268 ging das Reich eine kurze Allianz mit den Klingonen ein, die zu einem intensiven Technologieaustausch führte. Die Klingonen erhielten z.B. die romulanische Tarntechnologie, während die Romulaner kampfstarke klingonische Raumschiffe einsetzten und die Warptechnologie erhielten.

Nach verschiedenen militärischen Konflikten und dem Tomed-Zwischenfall von 2311 zogen sich die Romulaner  bis 2364 in die Isolation zurück.

2344 griffen die Romulaner den klingonischen Außenposten auf Narendra III an. Das Föderationsschiff  U.S.S. Enterprise NCC-1701-C unter Captain Rachel Garrett kam den Klingonen zur Hilfe und leistete damit einen enorm wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Freundschaftsvertrages der Föderation mit den Klingonen.

Weiter haben die Romulaner einen ständigen Krieg mit den Klingonen, da diese es nicht verkraften, die Niederlage bei Kithomer hinzunehmen.

Gegen Ende der 2360er Jahre bildet sich auf Romulus eine Untergrundbewegung, die eine Wiedervereinigung mit Vulkan anstrebt.

Als ein Krieg gegen das Dominion unvermeidbar scheint schließen die Romulaner 2373 einen Nichtangriffspakt mit dem Dominion. Gegen Ende des Jahres 2375 erklärten die Romulaner dem Dominion den Krieg, da sie dachten das Dominion plane einen Angriff auf Romulus. In Wirklichkeit wurden diese Pläne von Garak und Captain Sisko gefälscht.

Vulkanisch-Romulanische Geschichte

Es wird von vielen Völkern vermutet, daß sie in ihrer Vergangenheit gespalten wurden, aber bei den Romulanern ist dies ein beweisbarer Fakt. Um die Geschichte der Romulaner zu erklären, ist es notwendig, in die Frühgeschichte des Vulkan zurückzublicken.
Die Vulkanier der Vergangenheit waren nicht so wie der bekannte Föderationsbotschafter Spock. Sie waren extrem emotionale, gewalttätige und kriegerische Wesen. Ihre Gesellschaft war gespalten in hunderte kleiner Clans und Stadtstaaten, die alle eigene Regierungsformen und Religionen aufwiesen. Da Vulkan eine extrem trockene Welt war und ist, waren Wasser und Rohstoffe knapp. Clans und Städte kämpften gegeneinander um die lebensnotwendigen Ressourcen. Zeitweise war es tatsächlich ungewöhnlich, wenn mehr als 10% des Planeten nicht in Kriege verwickelt waren.
Um 80 vor Christus (nach terranischer Zeitrechnung) begann ein Vulkanier namens Surak öffentlich die Theorie der Logik und des Pazifismus zu propagieren. Zu erwarten war, daß sich eine solche Philosophie in einer Welt der Gewalt nur schwer entwickeln würde. Wie auch immer, sie entwickelte sich und Surak sammelte nach und nach eine Gruppe von Gefolgsleuten - die ersten Vulkanier, die waren, so wie wir sie heute kennen. Unter Suraks Gefolgsleuten war ein Vulkanier namens S'Task, ein Mann mit scharfem Verstand und großem Herz. Er war Suraks Meisterschüler.
Im Jahr 20 v.Chr. bekam Vulkan das erste mal Kontakt mit außerirdischen Lebensformen. Die Signale, die von den außerirdischen Schiffen an Vulkan gesendet wurden, schockierten das vulkanische Volk. Kriege wurden unterbrochen und Kriegserklärungen ausgesetzt. Vertreter der Clans und Städte trafen sich und entschieden, die Außerirdischen als ein geeinter Planet zu empfangen. Vulkan kontaktierte die Fremden und ein Treffen wurde ausgemacht. Am Tag des Treffens konnte Surak wegen Transportproblemen nicht erscheinen und sein Schüler S'Task nahm seinen Platz ein. Die Fremden sprachen von Frieden, meinten diese Worte aber nicht ernst (sie waren Piraten vom Orion) sondern planten, die ahnungslose Welt zu versklaven. Als die Aliens landeten, wurden die vulkanischen Botschafter mit Laserstrahlen statt mit freundlichen Worten begrüßt und ein großer Teil der Vulkanischen Führung (unter ihnen auch S'Task) wurde gefangengenommen. Es begann "Ahk", der größte Krieg der vulkanischen Geschichte. Die Vulkanier kämpften in ihren primitiven Schiffen, nutzten aber ihre wahrlich nicht primitiven Psi-Fähigkeiten. Mit ihren geistigen Fähigkeiten konnten die Vulkanier die Orioner dazu bringen, sich gegenseitig anzugreifen oder ihre Schiffe in die Sonne zu fliegen. Die Orioner merkten schnell, daß es ein Fehler war, die oberflächlich gesehen primitiven Vulkanier anzugreifen.
S'Task floh während des Krieges aus der Gefangenschaft und organisierte im Gefangenenschiff eine Rebellion, überwältigte seine Wärter und flog das Schiff in das Mutterschiff der Orioner. Er selbst flüchtete mit einer Rettungskapsel und wurde Wochen später im Weltraum treibend gefunden, halbverhungert und nur noch durch die Kraft seines Willens am Leben.
Nun begann die Trennung von Surak und seinem Schüler S'Task. Nach seinen Erlebnissen mit den Orionern lehnte S'Task den Pazifismus ab, da er diesen ungeeignet für das feindliche Universum, daß im interstellaren Raum wartete, fand. S'Task war aber nicht bereit, aktiv die Philosophie Suraks zu bekämpfen, da er fürchtete, Vulkan könne in die Vergangenheit von Krieg und Anarchie zurückfallen. Surak hatte lange gepredigt, das Universum kenne kein Ende, sondern nur Entwicklungen, die Anfänge müßten aber klar getrennt von der Vergangenheit sein, um erfolgreich zu sein. S'Task stimmte seinem alten Meister darin zu und begann, nach einer anderen Lösung zu suchen.
Vulkan war für einen völlig neuen Anfang nicht geeignet, also nutzten die Anhänger S'Tasks die neu gewonnene Weltraumtechnologie der Orioner und begannen mit der Suche nach einer neuen Welt, auf der sie einen neuen Anfang machen wollten.
50 Jahre später startete die "Rhea's Helm", das erste vulkanische Langreichweiten-Schiff seine Triebwerke und besiegelte eine Spaltung in der vulkanischen Rasse, die bis heute nicht überwunden werden konnte. Insgesamt starteten 16 solcher Schiffe, jedes von ihnen mit 5000 Siedlern (genannt die "Bekennenden") an Bord, die sich für einen Neuanfang entschieden und all ihren Besitz in den Bau dieser Schiffe investiert hatten. Als sie Vulkan verließen, wurde erwartet, daß sie innerhalb von 30-50 Jahren Schiffszeit einen bewohnbaren Planeten finden würden. Die Schiffe waren für eine Reisezeit von 100 Jahren gebaut, es würde also genug Zeit bleiben, eine geeignete Welt zu finden, sollten die ersten Stops erfolglos bleiben. Leider planten die Reisenden ihre Route mit den Daten aus den alten Orionerschiffen und nutzten diese Daten in einer sehr negativen Art und Weise. Da die Orioner sie belogen hatten, mißtrauten sie allen Daten und planten ihre Reise so, daß sie jeden Stern vermieden, der in den Datenbänken enthalten war. In dieser Weise, so hofften sie, würden sie jeden Kontakt mit feindlichen Aliens vermeiden. Eine unangenehme Folge dieser Planung war, daß die Reise sie zu einer Reihe unfruchtbarer, lebloser Planeten quer durch den Quadranten führte. Statt 30 Jahren waren sie 100 unterwegs und sie erreichten das erste mal einen bewohnbaren Planeten, kurz bevor ihre Schiffe aus Altersschwäche auseinanderfielen. Während der lange Reise waren 11 von 16 Schiffen verschiedenen Katastrophen zum Opfer gefallen: feindlichen Aliens, Schwarzen Löchern oder Gravitationswellen. Die Reisenden der 5 übriggebliebenen Schiffe wurden entschädigt durch die Entdeckung nicht eines, sondern zweier bewohnbarer Welten, die das Sternenpaar 128 Trianguli umkreisten. Nach kurzer Diskussion wurden sie ch'Rihan und ch'Havran genannt, "die [Welt] der Bekennenden" und "die [Welt] der Reisenden", zwei Namen, die aus dem alten vulkanisch in den neuen romulanischen Dialekt übertragen worden waren. In dieser neuen Sprache nannten sich die Siedler Rihannsu (die Bekennenden).

Nach der Landung fanden sich die Reisenden in der Situation, zwei leere Planeten zu bevölkern. Das Land wurde nach einem Losverfahren vergeben. Die meisten Siedler verließen die Schiffe - bis auf einige "Schiff-Clans" die zögernd die Schiffe in ihre Einzelheiten zerlegten. Das Leben auf den neuen Planeten war nicht idyllisch: von den 18000 Rihannsu, die die beiden Welten besiedelten, starben ca. 6000 in den ersten 10 Jahren - nicht durch Seuchen oder Hungersnöte, sondern meist durch Kriege. Kurz nach der Landung nahmen die Rihannsu das auf, was sie auf Vulkan beendet hatten - sie kämpften wieder um Ressourcen und Territorien. In einer solchen Atmosphäre war es nur eine Frage der Zeit, bis ein großer Kriegsherr die Clans mit Gewalt zu einem großen Zentralstaat vereinigen würde. Dieser Kriegsherr wurde T'Rehu - eine Kriegsherrin. T'Rehu baute um 67 AS (after Settlement = nach der Besiedlung) eine Armee auf und innerhalb von 10 Jahren hatte sie mehr Macht als jeder andere auf den beiden Welten. Als sie genug Macht hatte, trat sie mit ihren Armeen im Rücken vor den großen Rat und verlangte ihre Anerkennung. Nur S'Task, der Vorsitzende des Rates stand über ihr und er drehte ihr den Rücken zu und ging, als der Rat ihren Forderungen nachgab. Einige Jahre später, als eine Hungersnot den südlichen Kontinent heimsuchte, berief sie den Rat (inklusive S'Task) wieder ein. Sie erklärte den Rat für inkompetent und als S'Task ihr den Rücken zukehrte und seine Mißachtung ihrer Autorität verdeutlichte, tötete sie ihn und setzte sich selbst als regierende Königin ein. T'Rehu regierte als Tyrannin. 18 Jahre regierte sie nach ihrem Gutdünken und tötete und verschonte nach Lust und Laune.
20 Jahre sind eine kurze Zeit für die Geschichte und nachdem das Volk eine Zeit unter ihrer Herrschaft gelitten hatte, rebellierten die Clans des östlichen Clans von ch'Havran und besiegten die Armeen T'Rehus. An ihre Stelle setzten sie ein Dreikammernparlament, welches im großen und ganzen noch heute besteht. In dieser relativen Stabilität mit einer Reihe lokaler Kriege lebten die Rihannsu für 1500 Jahre. Sie entwickelten die Künste in dieser Zeit: Bildhauerrei, Malerei, Musik, die Wissenschaften und den Krieg.
Dann erlebten die Rihannsu ein unsanftes Erwachen. Um 1600 AS erschien das Föderationsschiff USS Carrizal im System 128 Trianguli und begann, den Raum zu erkunden. zu ihrer Verwunderung fanden sie zwei Welten mit jeweils einer offensichtlich hochentwickelten Agrargesellschaft. Die Crew taufte die beiden Planeten nach einer Legende der Erde Romulus und Remus. Als Teil ihrer Standard-Erstkontaktprozeduren übermittelten sie Botschaften von Frieden und gutem Willen. Sie erhielten allerdings keine Antwort. Nachdem sie das System eine Weile erkundet hatten, kehrten sie in mit der Nachricht ihrer Entdeckung in das Gebiet der Föderation zurück. Auf den beiden Welten hatte dieser Kontakt einen extrem störenden Effekt. Legenden über die Orionischen Piraten hatten die Jahrhunderte überlebt und die Rihannsu hatten nicht vergessen, daß der Krieg mit den Aliens mit deren Worten von Frieden und Freundschaft begonnen hatte. Sie waren nicht gewillt, der Geschichte zu erlauben, sich selbst zu wiederholen und begannen, ihre Verteidigung zu organisieren. In den vergangenen 1600 Jahren hatten die Rihannsu ein extrem effektives Industriesystem aufgebaut. Sie wußten, daß sie mit der Technik der Eindringlinge nicht konkurrieren konnten, aber die langen Jahre der Kriege hatten ihnen gezeigt, daß Quantität über Qualität siegen konnte. Als das nächste mal Föderationsschiffe in das System eintraten, hatten sie 7000 primitive, von Impulstriebwerken angetriebene und mit Strahlenwaffen ausgerüstete Schiffe gebaut. Die USS Balboa, die in das Trianguli-System eingetreten war wurde von den Waffen von 50 dieser Schiffe zerstört. Kurz danach eroberten die Rihannsu die USS Stone Mountain, nahmen sie auseinander, studierten die Technik und ergänzten ihre Schiffe mit Warptriebwerken. Damit begann der Krieg, der von der Föderation "erster romulanischer Krieg" genannt wurde. Die Föderation war überrascht über ihre Unfähigkeit, die Rihannsu zu besiegen, obwohl deren Raumschiffe wenig mehr als Blechbüchsen mit Warpantrieb waren. Es wurden immer größere Flotten ins Trainguli-System geschickt - die alle systematisch ausgelöscht wurden.
Zu dieser Zeit erhielt die Föderation den ersten Kontakt zu den Vulkaniern und fragten diese, ob sie etwas über diese "kriegsbesessene" Rasse wüßten. Mit ihrer charakteristischen Vorsicht antworteten die Vulkanier, daß sie jemanden kennen würden, der eventuell zu der Beschreibung passen würde, daß diese aber Vulkan vor langer Zeit verlassen hatten. Als Starfleet weiterhin Raumflotten in das Rihannsu-Gebiet sandte, erklärten die Vulkanier, falls es sich tatsächlich um die "Bekennenden" handelte, wäre es besser Frieden zu schließen. Starfleet brauchte jedoch mehrere Jahre, um zu erkennen, daß sie niemals die Oberhand gewinnen würden. Es wurde ein Friedensvertrag ausgemacht - der einzige Vertrag in der Geschichte der Föderation, der lediglich durch Datenübertragungen ausgehandelt wurde (die Rihannsu weigerten sich, die Aliens persönlich zu treffen). der Vertrag schuf ein 1 Lichtjahr breites Band zwischen der Föderation und den Rihannsu - die "romulanische neutrale Zone". So ist es bis heute geblieben, auf der einen Seite die Rihannsu, die mit aller Kraft daran arbeiten, ihre Verteidigung auszubauen, um einen erneuten Alien-Angriff zu vermeiden und die Föderation auf der anderen Seite, die bis heute nicht in der Lage ist, die historischen Gründe der feindlichen Haltung der Rihannsu ihnen gegenüber zu verstehen.

siehe auch: Beta-Quadrant Neutrale Zone Föderation Klingonen U.S.S. Enterprise NCC-1701 Captain Kirk U.S.S. Enterprise NCC-1701-C Vulkan Garak Captain Sisko


© Copyright by Denis Vogler, April 1999